Die Entwicklung der Schülerzahlen für die Braunfelser Grundschulen und die Carl-Kellner-Schule machen deutlich: Die demographische Entwicklung macht auch vor Braunfels nicht halt. Dies war die Eingangsthese von Joachim Schmidt (Fraktionsvorsitzender der FDP im Braunfelser Stadtparlament und FDP-Kreistagsabgeordneter) in einer Diskussionsrunde der Braunfelser Liberalen im Parkhotel Fürstenhof.

Die Grundschulen in Bonbaden, Philippstein und Tiefenbach werden dauerhaft nach dem Jahr 2015 nicht mehr für alle Jahrgänge Jahrgangsklassen bilden können. Das bedeutet: Es wird dauerhaft jahrgangsübergreifen Unterricht geben müssen. Und: der große Einbruch der Schülerzahlen wird nach dem Jahr 2020 erfolgen.
Angesichts zurückgehender Bevölkerungszahlen wird es zukünftig verstärkt darauf ankommen, dass Städte und Gemeinden attraktiv sind, denn: auch bei zurückgehenden Bevölkerungszahlen wird es noch Wanderungsbewegungen - Zuzüge und Abwanderungen - geben. Die sogenannten weichen Standortfaktoren werden entscheidenden Einfluss auf die Attraktivität und damit die Zukunftsfähigkeit von Kommunen haben. Zu diesen weichen Standortfaktoren gehören: das Schulangebot, die Kinderbetreuung - um nur zwei Punkte aus dem Bildungsbereich zu nennen.
Das Grundschulangebot in Braunfels mit seinen Stadtteilen ist von großer Bedeutung für die Zukunftsfähigkeit unserer Stadt.
Matthias Bosse - neuer Schulleiter der Carl-Kellner-Schule in Braunfels - beleuchtete im zweiten der Veranstaltung die Entwicklung der Braunfelser Integrierten Gesamtschule. Dank des Angebotes, die Mittelstufe in 9 Jahren zu durchlaufen - in den Gymnasien wurde dies auf 8 Jahre verkürzt - kann sich die Schule eines sehr guten Zuspruchs erfreuen. Auch für die absehbare Zukunft bis zum Jahr 2015 wird es keinen massiven Einbruch bei den Schülerzahlen geben. Die Schule - so Matthias Bosse - werde die Zeit nutzen, um das inhaltlich-pädagogische Angebot so attraktiv zu machen, dass der Bestand auch bei stark zurückgehenden Schülerzahlen nach 2020 nicht gefährdet ist.
„Zur Sicherung der Bildungschancen der Kinder unserer Stadt und zur Sicherung der Zukunftsfähigkeit unserer Stadt müssen wir die Qualität der Kinderbetreuung weiter entwickeln. Ein Weg dahin ist, die Zusammenarbeit der städtischen Kinderbetreuungseinrichtungen und der Grundschulen in unserer Stadt nachhaltig zu organisieren. Das bedeutet, dass wir die Möglichkeiten, die der Bildungs- und Erziehungsplan für Kinder im Alter von 0 bis 10 Jahren bietet, für unsere Stadt nutzen müssen. Dazu gehört die Tandembildung aus Grundschulen und Kindergärten. Da müssen wir uns auf den Weg machen. Mit einem Beschluss der Stadtverordnetenversammlung am 22. April - auf Antrag der FDP-Fraktion - wurde ein erster Schritt auf diesem wichtigen Weg gemacht", so FDP-Fraktionschef Joachim Schmidt. Die FDP kündigte an, sich mit diesem Thema weiter intensiv zu befassen - auch in weiteren Gesprächsrunden mit interessierten Bürgerinnen und Bürgern der Stadt.













